Wie Sprachlaute im Mund entstehen

Beim Sprechen strömt Luft aus der Lunge durch Kehlkopf und Rachen. Zunge, Lippen und andere Sprechorgane formen den Luftstrom zu Lauten. Entscheidend ist, wo die Luft gebremst oder umgeleitet wird, ob die Stimmlippen schwingen und ob die Luft durch Mund oder Nase entweicht.

„Im Mund“ ist eine Kurzform: Auch Lunge, Kehlkopf und Rachen, manchmal sogar die Nasenhöhle, wirken an der Lautbildung mit. Gemeinsam bilden sie den Weg, den die Luft beim Sprechen nimmt.

Der Luftstrom beim Sprechen

Die meisten deutschen Sprachlaute entstehen beim Ausatmen. Die Atemmuskulatur sorgt dafür, dass beim Ausatmen genug Luft für mehrere Laute hintereinander strömt. Von der Lunge zieht die Luft durch die Luftröhre zum Kehlkopf und weiter in den Rachen. Dort führt der Weg entweder durch den Mund oder, wenn der Zugang zur Nase offen ist, auch durch die Nasenhöhle.

Der Kehlkopf beeinflusst die Stimme. Mund und Rachen verändern den Klang, weil ihre Form den Luftstrom lenkt. Die Lunge liefert die Luft, die übrigen Sprechorgane formen sie.

Zunge, Lippen und Gaumen

Die Zunge ist besonders beweglich. Sie kann sich nach vorn oder hinten, nach oben oder unten bewegen und verschiedene Stellen im Mund berühren oder sich ihnen annähern. So wird der Luftweg an verschiedenen Stellen enger. Auch Lippen und Unterkiefer verändern die Öffnung des Mundes: Die Lippen können sich runden, auseinanderziehen oder vollständig schließen.

Zähne, Zahndamm und Gaumen sind Stellen, an denen die Zunge Laute formt. Der Zahndamm ist der feste Bereich direkt hinter den oberen Schneidezähnen. Wenn die Zungenspitze sich dort annähert, entsteht ein anderer Laut als bei einer Berührung weiter hinten am Gaumen. Das Gaumensegel, der weiche hintere Teil des Munddachs, steuert zusätzlich den Zugang zur Nase.

Stimme im Kehlkopf

Im Kehlkopf liegen die Stimmlippen. Wenn der Luftstrom die Stimmlippen regelmäßig zum Schwingen bringt, entsteht der Stimmton, also der Klang der Stimme. Viele Vokale und einige Konsonanten werden mit dieser Schwingung gebildet. Bei stimmlosen Lauten wie [f] schwingen die Stimmlippen nicht auf dieselbe Weise; der Luftstrom erzeugt den hörbaren Laut an einer Engstelle.

So kannst du den Unterschied spüren: Sprich abwechselnd [f] wie am Anfang von „Fisch“ und [v] wie am Anfang von „Weg“. Lege dabei eine Hand an den Hals. Beim [v] ist die Schwingung der Stimme spürbar, beim [f] fehlt sie. Die Zeichen in eckigen Klammern stehen hier für einzelne Sprachlaute, unabhängig davon, wie sie geschrieben werden.

Verschluss, Reibung und Öffnung

Um einen Laut zu beschreiben, fragt man: Wo verändern die Sprechorgane den Luftweg, und wie stark? Bei [p] wie am Anfang von „Papa“ schließen sich die Lippen vollständig. Die Luft staut sich kurz dahinter. Wenn sich die Lippen öffnen, entweicht sie hörbar. Den Moment, in dem sich der Verschluss öffnet, nennt man Lösung.

Bei [f] nähern sich Unterlippe und obere Schneidezähne so weit an, dass nur eine enge Öffnung bleibt, durch die die Luft strömt und ein Reibegeräusch erzeugt. Bei anderen Lauten ist der Luftweg teilweise verengt, aber nicht vollständig geschlossen. Bei Nasallauten wie [m] ist der Mundweg geschlossen, während die Luft durch die Nase entweicht.

Vokale formen den Mundraum

Bei Vokalen bleibt der Luftweg durch den Mund vergleichsweise offen. Die Zunge und die Lippen verändern trotzdem die Form des Raums, durch den die Luft strömt. Diese Veränderungen formen den Klang des Vokals, ohne den Mund vollständig zu verschließen. Für [i] liegt die Zunge höher und weiter vorn als für [a], bei dem der Mund stärker geöffnet ist.

Das Gaumensegel bestimmt, ob auch Luft in die Nasenhöhle gelangt. Bei [m] ist der Mund durch die geschlossenen Lippen versperrt und der Weg zur Nase offen. So kann die Luft weiterströmen, obwohl sie den Mund nicht passiert. Mund- und Nasenraum tragen beide zum Klang bei.

Wie Sprechorgane Laute verbinden

Bei einem einzelnen Sprachlaut achtet man auf den Luftstrom, die Schwingung der Stimmlippen und die Form des Mundraums. Im gesprochenen Wort folgen diese Bewegungen direkt aufeinander und greifen ineinander. Beim Wechsel von einem Laut zum nächsten verändert die Zunge ihre Stellung. Lippen und Gaumensegel bewegen sich ebenfalls. Die Beispiele [p], [f], [m], [i] und [a] zeigen grundlegende Arten, Laute zu bilden. Die konkrete Aussprache variiert je nach Sprecher und Sprechsituation leicht.